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Ich bin Lisa. Es ist ziemlich schwer, mich zu beschreiben,
weil ich mich voller Gegensätze fühle. Deshalb weiß ich selber nicht richtig,
wie ich bin.
Eigentlich bin ich ängstlich. Aber auch sehr selbständig und
eigenständig. Wenn wir unterwegs sind, mache ich am liebsten mein eigenes Ding,
stromere weit abseits von den Anderen durchs Unterholz, bin dabei umsichtig und
vorsichtig, lasse mich ab und zu sehen, damit der Mensch, der mit uns unterwegs
ist, beruhigt winkt und mich weiter mein eigenes Ding machen lässt. Wenn wir
andere, fremde Hunde treffen, schlage ich oft Alarm, habe irgendwie Angst, aber
spiele mit den Fremden auch gern, wenn ich mich unter lautem Geschimpfe doch
endlich angenähert habe. Die drei Anderen aus unserer Hunde-Bande sind da
ganz anders, aber die sind ja bis auf Frici auch noch älter als ich…
Ich bin so eigenständig, dass ich sogar ohne Menschen
überleben und für mich selbst sorgen könnte, ein Umstand, der bei den drei
Anderen undenkbar wäre. Somit könnte ich sogar die Chefin der Oldies-Bande sein,
wenn ich wollte, will ich aber gar nicht!
Nadia mag ich eigentlich sehr, man kann aber mit ihr nicht
so
viel anfangen. Mit ihr spielen geht fast gar nicht, dafür ist sie wohl schon zu
alt. Aber ich glaube, dass sie früher ein ganz wilder Feger gewesen sein muß!
Max spielt auch nur wenig mit mir, aber das kommt wohl daher, weil er früher
ein ganz schlimmes Leben hatte und niemals richtig spielen gelernt hat. In
letzter Zeit zeigt er aber Ansätze, und hopst dann etwas herum nach Art eines
jungen Fohlens, daran merkt man dann, dass er keine Schmerzen im Rücken hat.
Ich mag Max auch sehr. Frici rennt und stromert manchmal mit mir mit, das macht
mir großen Spaß! Sonst ist er aber auch lieber bei den
Anderen, das ist auch in Ordnung.
Nachts bin ich öfter draußen, streife durch den Garten, lege
mich dann aufs Hundesofa auf der Terrasse. Da kann ich ganz lange bleiben. Da
lebe ich dann mein ganz eigenes Leben, meine Sinne können Sachen wahrnehmen,
von denen die Menschen gar keine Ahnung haben:
Ich kann das Lied der Sterne hören, ich rieche den
vergangenen Tag und das Wetter von morgen, ich fühle den Schlaf der Vögel,
meinen Augen entgeht nichts, ich sehe sogar durch die Zeiten…
Ich bin ziemlich spröde, aber kann auch unendlich zärtlich
sein. Ich bin vorsichtig bis an die Grenze der Unnahbarkeit, kann aber auch mit
meinem Lächeln, das fast von einem Ohr zum anderen reicht, bezaubern.
Ich bin Lisa, meine
Welt ist voller Gegensätze, ich ziehe mich oft völlig
zurück, bin aber immer voll dabei....
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